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So können Batterien von E-Autos geladen werden

Immer voll aufgeladen in den Tag starten: E-Autos können komfortabel und effizient zuhause geladen werden – einfach über Nacht. So sind E-Autos immer betriebsbereit – ohne dass an einen Tankstopp auf dem Weg gedacht werden muss.

Nur für Ausnahmefälle

Laden an der Haushaltssteckdose

Für das regelmäßige Laden von E-Autos sind Haushaltssteckdosen nicht zu empfehlen. Sie sind nämlich nicht für langes Laden unter hoher Last ausgelegt, weshalb das Risiko besteht, dass das Stromkabel, der Stecker oder die Steckdose überhitzen. Im schlimmsten Fall kann es so sogar zu Kabelbränden kommen.

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Die bessere Alternative: Laden an einer Wallbox.
Für den täglichen Gebrauch Laden an der Wallbox

Als Wallbox bezeichnet man eine leistungsstarke Steckdose für das Laden von E-Autos. Sie ist die bevorzugte Alternative zur Haushaltssteckdose, die nur für das Laden kleinerer Geräte und eine relativ kurze Dauer gedacht ist. Je nach Modell müsste ein E-Auto also mehrere Tage mit maximaler Ladeleistung an einer Haushaltssteckdose hängen, bis der Akku voll ist. Das verkraftet diese auf lange Zeit nicht, weshalb die Steckdose überhitzt, die Sicherung fliegt und das E-Auto nicht mehr lädt.

Mit einer Wallbox können E-Autos hingegen nicht nur sicher, sondern auch schneller geladen werden – bis zu 10 Mal im Vergleich zu einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose. So lädt ein VW e-Golf statt in 17 Stunden an der Haushaltssteckdose in nur 5,5 Stunden an einer Wallbox mit einer Ladeleistung von 11 kW. Beim Renault ZOE ist der Unterschied noch größer. Einmal leer, braucht der Renault ZOE 25 Stunden an der Haushaltssteckdose – an der Wallbox ist der ZOE in weniger als 3 Stunden wieder voll.

Wallboxen, gleich welchen Typs, werden an einer separat abgesicherten Zuleitung der Hausinstallation angeschlossen. Die Unterschiede für Kunden bestehen in der Ladeleistung und dem Bedienkomfort der jeweiligen Wallbox. Dabei gibt es Wallboxen für einphasige oder für dreiphasige Anschlüsse. Einphasig ist eine Stromstärke von max. 20 A erlaubt, was einer Ladeleistung von 4,6 kW entspricht. Dreiphasige Versionen haben 11 kW (3x16 A) oder bis zu 22 kW (3x32 A). Eine Ladeeinrichtung muss immer beim Netzbetreiber angemeldet werden, Wallboxen mit über 11 kW Ladeleistung sind zudem je nach Netzbetreiber genehmigungspflichtig.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, ob eine Wallbox eine Zugangssicherung wie einen Schlüsselschalter oder einen RFID-Kartenleser besitzt, sodass der Zugriff nur befugten Personen möglich ist. Außerdem haben einige Wallboxen alle erforderlichen Schutzeinrichtungen integriert, andere nur einen Teil – bei manchen muss der Elektriker einen separaten FI-B-Gleichstromfehlerschutz einbauen. Das bedeutet unter Umständen Zusatzkosten bei der Installation.

Achtung: Eine Wallbox kann nicht jeder installieren. Es braucht spezifische Fachkenntnisse bzw. jemanden, der die aktuellen Normen und Gesetze kennt. Am besten vertraut man das Thema einem Elektriker an. Dieser weiß genau, welche Sicherungsbauteile er zusätzlich zur Ladestation installieren muss, damit der Strom sicher vom Hausanschluss in das Elektroauto fließt.

Für kurze Stopps Laden am Schnelllader

Wer mit einem E-Auto weiter fahren muss, als die Batterie reicht, muss zwangsläufig unterwegs laden. Die gute Nachricht dabei: Was an einer Schuko-Steckdose mehrere Stunden dauert, geht am Schnelllader in Minuten.

Von Schnellladung spricht man übrigens, wenn ein leerer Akku in weniger als einer Stunde auf 80 Prozent seiner Kapazität gebracht werden kann. Durch die Charakteristik von Lithium-Ionen-Akkus ist der Ladestrom für die letzten 15 bis 20 Prozent deutlich reduziert – eine 100-Prozent-Ladung kann deshalb auch an Schnelllade-Anschlüssen sehr viel länger dauern. Für die Schnellladung werden verschiedene Ladeanschlüsse verwendet. Bei Akkus unter 20 kWh Kapazität (z.B. im Smart EQ) reicht ein Typ-2-Ladeanschluss mit 32 Ampere (maximal 22 kW Ladeleistung) für solche Ladezeiten.

Höhere Ladeleistungen sind nur mit Gleichstrom-Ladern möglich. Drei verschiedene Ladeanschlüsse werden von den Herstellern dafür eingesetzt: Die Erweiterung des europäischen Typ-2-Ladeanschlusses per CCS (Combined Charging System), die hauptsächlich von europäischen Autoherstellern eingesetzt wird, das japanische CHAdeMO-System, das mit einem eigenen Stecker arbeitet, und das proprietäre Supercharger-Ladesystem von Tesla, das in Europa mit Typ-2-Steckern arbeitet.

Schnelllader stehen in dem Ruf, Akkus schneller altern zu lassen. Tatsächlich sollte man immer dann auf die hohen Ladeströme verzichten, wenn sie nicht nötig sind – zum Beispiel, wenn das Auto die ganze Nacht über in der Garage laden kann. Eine beruhigende Nachricht steckt in den Garantiebedingungen aller Hersteller: Die Garantien auf Akku, Ladeelektronik und Motor (typisch: sechs bis acht Jahre, 100.000 bis 160.000 Kilometer) gelten unabhängig davon, ob man immer schnell oder immer langsam lädt. Die enge Überwachung des Ladevorgangs soll sicherstellen, dass der Akku nicht überhitzt oder dass einzelne Zellen überlastet werden.

Was man bedenken sollte: Oft ist die Schnelllademöglichkeit nicht im Basis-Modell enthalten: So kostet der 22-kW-Drehstrom-Lader für den Smart EQ genauso Aufpreis wie der CCS-Anschluss beim BMW i3.

Für unterwegs Laden an öffentlichen Ladestationen

Nicht für jeden E-Auto-Fahrer rechnet sich die Installation einer eigenen Wallbox. Öffentliches Laden und Parken an Ladestationen ist daher oft eine gute Option. Das Fahrzeug hat einen Parkplatz und wird gleichzeitig geladen. Der anhaltende Trend zur Elektromobilität hat den Ausbau öffentlicher Ladestationen in Österreich vorangetrieben.

Sie finden inzwischen ein gut ausgebautes Netz von Parkplätzen mit Ladesäulen. Neben den Kommunen und öffentlichen Einrichtungen ziehen auch Gewerbetreibende immer mehr nach und bieten Kunden zunehmend Lademöglichkeiten für Stromer. So sind bereits auf Parkplätzen von Supermärkten oder Hotels und in Parkhäusern Ladesäulen immer häufiger vorhanden. Hier können Fahrer von E-Autos den Akku zwischendurch aufladen.

An manchen öffentlichen Ladestationen ist der Strom kostenlos, an anderen muss für das Laden bezahlt werden. Ob der Strom etwas kostet oder nicht, entscheidet der jeweilige Betreiber der Ladestation. Bei zahlungspflichtigen Ladesäulen können unterschiedliche Bezahlsysteme zum Einsatz kommen. Bequem sind bargeldlose Bezahlsysteme, etwa über App oder Ladekarte. Ladekarten sind meist mit einem RFID-Chip versehen, der ein kontaktloses Bezahlen erlaubt. Über webbasierte Apps kann die Anmeldung und Bezahlung komfortabel mit dem Smartphone erledigt werden. An manchen Ladestationen kann zudem mit Kredit- oder EC-Karte bezahlt werden.

Wie viel bezahlt werden muss, ist abhängig vom Tarif für den Ladestrom. Möglich ist eine Grundgebühr oder ein Prepaid-Tarif. Eventuell erfolgt die Abrechnung nach einzelnen Komponenten, etwa der Ladezeit oder der Menge an Strom, die geladen wird. Je nach Fahr- und Ladeverhalten kann ein bestimmter Tarif passender sein als andere.

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Immer häufiger zu sehen: E-Ladestellen im öffentlichen Raum.

Ladelösungen Fazit

Einer der Vorteile von E-Autos ist, dass sie bequem und effizient zuhause oder am Arbeitsplatz geladen werden können. Zu beachten ist dabei jedenfalls, dass Wallboxen die bessere Alternative zu gewöhnlichen Haushaltssteckendosen sind. Damit können E-Autos nicht nur schneller, sondern auch sicherer geladen werden.